Baumeister das Architekturfundament - Aichholzer

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Baumeister das Architekturfundament

Was wir machen
Bau einer Stadt:
Der Städtebau befasst sich mit der Gestaltung von Gebäudegruppen, Siedlungen, Stadtteilen und insbesondere mit öffentlichen Räumen. Städtebau kann als Bezeichnung für die sichtbaren und gestalterischen Aspekte der Stadtplanung verstanden werden.

Aufgaben
Zum Bau einer Stadt gehören unter anderem folgende Aspekte, die der „Städtebauer“ beachten muss:
- die geeignete Lage einer Stadt (im Territorium, an Flüssen, zu Grenzen, zu Nachbarstädten)
- die Einordnung in die Topografie
- die Beschaffenheit und Verfügbarkeit des Bodens
- die grundlegende Form der Besiedlung, d.h. die Form und Anordnung der Straßen, Baufelder (die Stadtmorphologie)
- die Gliederung der Stadt in Baubereiche, freizuhaltende Zonen (Parks, Grünflächen, Luftschneisen, Friedhöfen, Sportflächen)
- die dreidimensionale Gestalt der Stadt (offene / geschlossene Bebauung, Höhenstaffelung, Blickpunkte, Stadtsilhouette, städtebauliche Raumbildung durch Straßen und Plätze)
- Hierarchie der Räume (Platzsysteme oder ein Hauptplatz)
- Zahl und Hierarchie der innerstädtischen Zentren (Hauptzentrum, Nebenzentren, Stadtteilzentren, Nahversorgungszentren)
- städtische Infrastruktur wie die Versorgungsmöglichkeiten mit Wasser, Heizmaterial, der Schutz gegen Wind, Überhitzung, die Entsorgung von Abwasser, Abfällen

Geschichtliche Entwicklung
Städtebau gibt es, seit es planende Vorgänge zur Errichtung von Städten gab. Die ältesten bekannten Städte waren nach regelmäßigen Anordnungen angelegte Städte. Dies deshalb, weil nur durch sorgfältige Planung eine räumlich enge Zuordnung der einzelnen Teilbereiche bei zugleich geringem Bodenverbrauch möglich war. Dies war wiederum nötig, um keine zu großen Anlagen der Stadtbefestigung zu erhalten. Zu den ältesten geplanten Städten gehören Städte in China, Indien, Mesopotamien, Ägypten, die teilweise bis über 5000 Jahre alt sind.

Im Europäischen Städtebau wurden zahlreiche neue Städte durch die römische Herrschaft in Europa von etwa 100 vor Chr. bis etwa 400 nach Chr. errichtet. Die orientalische Stadt des Mittelalters mit ihren labyrinthisch anmutenden Strukturen entwickelte sich vielfach auf der Basis einer regelmäßig angelegten antiken Planstadt, bei der, abgegrenzt durch alte Hauptarterien (Cardo, Decumanus) ethnische bestimmte Viertel entstanden und öffentliche Gebäude funktionsmäßig obsolet wurden (z. B. Umnutzung von Theatern zu Festungen) und Nebengassen geschlossen wurden. Im europäischen Mittelalter kam es zu Stadtgründungen unter anderem durch Karolinger, Heinrich der Löwe, Herzöge von Zähringen) sowie zur planvollen Urbanisierung der „Ostelbischen Räume“ durch Kaufleute (Lokatoren), die Hanse und den Deutschen Ritterorden.

In der Zeit der Renaissance und des Barock entstanden neue Städte als Fürstenresidenzen (Mannheim, Karlsruhe) und zur Entwicklung fürstlicher Territorien (z.B. Manufakturstädte zur Porzellanherstellung, Bergbaustädte, Verwaltungsstädte).

Im 19. Jahrhundert lag der Schwerpunkt bei den Stadterweiterungen, die durch die Industrialisierung, durch die Land- Stadtwanderung und durch den Eisenbahnbau – verbunden mit der Entwicklung der großräumigen Arbeitsteilung – notwendig wurden. Bezeichnenderweise hieß das erste deutsche Städtebaubuch von Reinhard Baumeister 1876 deshalb auch „Stadt-Erweiterungen“.
Im 20. Jahrhundert war zu Anfang die Gartenstadt ein wichtiges Thema. Weitere Aufgaben waren Stadterweiterungen. Nach dem Vorbild der britischen New Towns um London entstand die französische Konzeption der Ville nouvelle. Neue Städte für die Industrieproduktion entstanden unter anderem in Deutschland, z.B. Salzgitter, Wolfsburg), in der früheren DDR Eisenhüttenstadt und neue Industriestädte in der früheren Sowjetunion. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden in Deutschland Großsiedlungen. Mit dem Instrument der Trabantenstadt wurde versucht, fehlenden Wohnraum außerhalb der traditionellen Städte zu konzentrieren.
Modell der Sportstadt in Dubai. Ein Stadtviertel wird vollständig neu errichtet. Während der Bau neuer Städte in den industriell entwickelten Ländern Europas und Amerikas kaum noch eine Aufgabe ist, werden in den prosperierenden Ländern Asiens, insbesondere in China, neue Städte in größerem Umfang gebaut. In den entwickelten Ländern treten Aufgaben der Stadterneuerung, der Modernisierung oder des Umbaus von Stadtbereichen vor allem in ehemals schwerindustriell geprägten Städten und Regionen wie dem Ruhrgebiet, den englischen Industriestädten - und der ökologische Städtebau, insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Energieeinsparung, in den Vordergrund. Ein aktuelles Beispiel für den großräumigen und doch behutsamen Umbau einer ganzen Industrieregion ist das Ruhrgebiet. Dort wurden mit Hilfe der Internationalen Bauausstellung in den 1990er Jahren alte Industrie- und Zechenareale in neue Nutzungen übergeführt. Ähnliche Umbauprozesse laufen für die Braunkohlenabbaugebiete in der Lausitz.

Verwandte Begriffe
Zum Städtebau gehört begrifflich aber auch der Stadtumbau und die Stadterneuerung, weil auch hier die Funktion und Gestalt der dreidimensionalen physischen Struktur eine große Bedeutung hat.
Vom Städtebau abzugrenzen ist der Begriff der Stadtplanung. Mit Stadtplanung wird zumeist die eher zweidimensional angelegte großräumige Planung der Städte bezeichnet. Dazu gehören in Deutschland aufgrund gesetzlicher Verpflichtung die Bauleitplanung (Flächennutzungsplan und Bebauungsplan), sowie Strukturpläne, Rahmenpläne, Stadtentwicklungsplan, aber auch beispielsweise die Verkehrs- und Straßenplanung. Man kann daher unter Stadtplanung den räumlich weiteren Oberbegriff und den Städtebau als jenes Feld verstehen, in dem die dritte Dimension einen erheblichen Anteil hat. In der Praxis konkurrieren die Begriffe miteinander. Stadtplanung in kleineren Städten umfasst die dritte Dimension stärker als die Stadtplanung für Großstädte und auch der Bebauungsplan regelt die Höhe, die Nutzung und teilweise auch die Gestalt der Gebäude.

 
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